29.06.2026, Medienmitteilung

Stadt Zug schafft planerische Grundlagen für die künftige Pflege- und Wohninfrastruktur im Alter

Der Stadtrat hat den Bericht zum Projekt «Ausbau der Pflege- und Wohninfrastruktur für die ältere Bevölkerung» verabschiedet. Der Bericht zeigt den Handlungsbedarf auf, benennt geeignete Standorte für die weitere Prüfung und schafft damit die strategischen Grundlagen für die nächsten Schritte. Konkrete Bauentscheide werden mit dem Bericht noch nicht getroffen. Sie sollen in nachfolgenden Konzeptstudien und Projektverfahren erarbeitet werden.

Die Stadt Zug steht in der Alters- und Langzeitpflege vor einer deutlichen demografischen Entwicklung. Bis 2040 werden zu den 333 vorhandenen Pflegebetten 140 zusätzliche Pflegebetten benötigt. Die 25 bestehenden Wohnungen für betreutes Wohnen müssen um 145 weitere ergänzt werden. Da bauliche Realisierungen in diesem Bereich sechs bis zehn Jahre beanspruchen können, sind frühzeitige strategische Entscheide notwendig.

Der Bericht empfiehlt ein abgestuftes Versorgungskonzept mit drei Bausteinen: Pflegezentren für Personen mit hohem Pflegebedarf, betreutes Wohnen als Alternative oder Ergänzung zum Pflegeheim sowie Alterswohnungen beziehungsweise altersgerechte Kleinwohnungen für selbständigere ältere Menschen. Ziel ist es, die Versorgung langfristig sicherzustellen, vorzeitige Heimeintritte nach Möglichkeit zu vermeiden und die Angebote bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Für die Entwicklung eines neuen Pflegezentrums kommen gemäss Bericht nur wenige Standorte in Frage. Potenzial weisen insbesondere die Standorte «Altes Gaswerk» sowie «Seniorenzentrum Mülimatt – Oberwil Ost» auf. Beim «Hertizentrum» sind Erweiterungen durch Anpassungen des bestehenden Bebauungsplans möglich. Das Areal «Altes Gaswerk» weist dabei günstige Voraussetzungen hinsichtlich Flächenpotenzial, Lage und Eigentumsverhältnissen auf. Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass eine Realisierung dort mit einem anspruchsvollen Planungs- und Verfahrensaufwand verbunden ist und vorgängig eine sorgfältige Interessenabwägung zwischen unterschiedlichen Nutzungsansprüchen erfolgen muss.

Auch stadteigene Entwicklungsareale sollen einen Beitrag zur altersgerechten Wohnversorgung leisten. Für die Standorte «Chamerstrasse 115», «Landis & Gyr-Areal, Theilerplatz» und «Ahornpark» sieht der Bericht vor, Alterswohnungen beziehungsweise altersgerechte Kleinwohnungen in den weiteren Planungen mitzuberücksichtigen. Die im Bericht genannten Grössenordnungen dienen dabei als Richtwerte und Potenzialannahmen. Der konkrete Umfang ist im Rahmen der jeweiligen Projektentwicklung unter Berücksichtigung der städtebaulichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen festzulegen.

Der Stadtrat weist darauf hin, dass der Bericht bewusst strategische Leitplanken setzt. Er zeigt den Bedarf auf, priorisiert Standorte für vertiefte Prüfungen und schafft damit eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen, ohne bereits Vorentscheide zugunsten konkreter Bauprojekte zu treffen.

Mit dem Bericht wird das Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit beauftragt, gemeinsam mit den betroffenen Stellen und Eigentümerschaften die nächsten Abklärungen einzuleiten. Dazu gehören insbesondere Konzeptstudien für geeignete Standorte sowie die Klärung von Trägerschafts-, Planungs- und Nutzungsfragen.

Zur Information der Bevölkerung ist am 22. September 2026 ein öffentlicher Anlass vorgesehen. Dort wird der Bericht erläutert. Weitere Informationen zu Ort, Zeit und Durchführung des Anlasses folgen zu einem späteren Zeitpunkt.