30.09.2026, Medienmitteilung
Stadt Zug budgetiert für 2027 Überschuss von 15.6 Mio. Franken mit Steuerfuss von 52 Prozent
Die Stadt Zug budgetiert für 2027 einen Überschuss von 15.6 Mio. Franken bei einem Ertrag von 446.6 Mio. Franken und einem Aufwand von 431.1 Mio. Franken. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Gemeinderat, den Steuerfuss unverändert auf 52 Prozent festzusetzen. Basis für das Ergebnis sind solide Fiskalerträge und eine vorsichtige Planung; gleichzeitig investiert die Stadt mit 86.4 Mio. Franken gezielt in Infrastruktur, vor allem in Schulbauten, während die ZFA‑Belastung mit 99.2 Mio. Franken weiterhin hoch bleibt, aber erstmals seit 2024 wieder unter der Grenze von 100 Mio. Franken liegt.
«Wir halten die Stadtfinanzen auf stabilem Kurs und investieren dort, wo es die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit am stärksten verbessert. Der beantragte Steuerfuss von 52 Prozent steht für Verlässlichkeit; der Überschuss von 15.6 Mio. Franken schafft Spielraum für hohe Investitionen und für gezielte Vorfinanzierungen, ohne die Bilanz zu belasten», sagt Stadtrat Urs Raschle, Vorsteher des Finanzdepartements.
Das Budget stützt sich auf die Finanzstrategie 2026–2032. Sie verfolgt drei zentrale Ziele: die dauerhafte Sicherung gesunder Gemeindefinanzen, die Gewährleistung einer verlässlichen und attraktiven Steuerbelastung sowie die Stärkung von Standortattraktivität und Lebensqualität. Die Eigenkapitalquote soll langfristig mindestens 70 Prozent betragen; mit dem Budget 2027 kann sie bei über 86 Prozent stabil gehalten werden. Der beantragte Steuerfuss von 52 Prozent steht für Kontinuität und Stabilität für Bevölkerung und Wirtschaft. Gleichzeitig setzt die Stadt Akzente in Innovation, Bildungsinfrastruktur und der Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie Massnahmen für eine nachhaltige Wohnraumentwicklung.
Budgetiertes Rechnungsergebnis
Die Erfolgsrechnung 2027 schliesst voraussichtlich mit einem Überschuss von 15.6 Mio. Franken. Das positive Ergebnis stärkt die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt und unterstützt die Finanzierung der geplanten Investitionen.
Fiskalerträge
Die Fiskalerträge belaufen sich im Budget 2027 auf insgesamt 331.8 Mio. Franken. Davon entfallen 177.3 Mio. Franken auf die natürlichen Personen, 132.5 Mio. Franken auf die juristischen Personen und 22.0 Mio. Franken auf die Sondersteuern. Bei den natürlichen Personen zeichnet sich weiterhin ein kontinuierlicher Anstieg ab; trotz des 9. Revisionspakets mit zusätzlichen Abzügen für Krankenkassenprämien und einer Ausweitung der Abzüge für Rentnerinnen und Rentner in moderaten finanziellen Verhältnissen werden für 2026 und 2027 leichte Mehrerträge erwartet. Bei den juristischen Personen lief die im Rahmen der Steuer‑ und AHV‑Reform (STAF) eingeführte Übergangsregelung Ende 2025 aus. Mit dem Ende der STAF-Übergangsregelung für ehemals privilegiert besteuerte Gesellschaften entfiel ab 2025 die Möglichkeit weiterer Abschreibungen. Dies dürfte sich erstmals in der Jahresrechnung 2026 positiv auf die Steuererträge der Stadt Zug auswirken.

Investitionen: Fokus auf Bildung und Infrastruktur
Die Nettoinvestitionen ins Verwaltungsvermögen betragen 86.4 Mio. Franken und bleiben aus baulicher und finanzieller Sicht anspruchsvoll. Der Schwerpunkt liegt beim Finanzdepartement, das 58.2 Mio. Franken investiert, davon 28.9 Mio. Franken in Schulanlagen sowie weitere Mittel in Sport- und Freizeitanlagen und in den städtischen Wohnungsbau. Das Baudepartement setzt 23.4 Mio. Franken für Verkehr und Strassen, die Stadtentwässerung sowie Anlagen, Plätze und den Werkhof ein. Weitere Mittel fliessen in Umwelt und Energie, in die Feuerwehr, in die Stadtentwicklung sowie in ausgewählte Projekte des Bildungsdepartements. Über das Budget 2027 und die Planjahre bis 2030 sind insgesamt 125.6 Mio. Franken für Investitionen in Schulbauten vorgesehen. Diese Vorhaben sichern Kapazität und Qualität in einem dynamisch wachsenden Umfeld.
Finanzausgleich
Die Stadt Zug leistet im Jahr 2027 Beiträge von 99.2 Mio. Franken an den innerkantonalen Finanzausgleich (ZFA); der Beitrag liegt erstmals seit 2024 wieder unter 100 Mio. Franken, weil andere Gemeinden eine stärkere Ertragslage aufweisen. Dies entspricht 3’022 Franken pro Einwohnerin beziehungsweise Einwohner der Stadt Zug und damit 4.5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zug trägt weiterhin den Hauptanteil der Finanzierung unter den Gemeinden; die hohe Belastung prägt die Ergebnisrechnung und erfordert einen sorgfältigen Mitteleinsatz.

Personal und Organisation
Gegenüber dem Budget 2026 steigt der Stellenbestand um 24.05 Pensen. Die Zunahme verteilt sich auf das Präsidialdepartement (+1.1), das Finanzdepartement (+9.7), das Bildungsdepartement (+10.4), das Baudepartement (+1.1) sowie das Departement Soziales, Umwelt und Sicherheit (+1.8). Ein wesentlicher Teil entfällt auf den Ausbau der Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur sowie deren Unterhalt. Im Finanzdepartement entstehen zusätzliche Stellen im Bereich Immobilien und für den Betrieb der Sport- und Bildungsanlagen, im Bildungsdepartement für die bedarfsgerechte Betreuung und die Optimierung des integrativen Schulsystems. Organisatorisch sind für das Jahr 2027 keine Anpassungen vorgesehen.
Konjunkturelle Rahmenbedingungen
Die Budgetierung erfolgte vor dem Hintergrund eines verhaltenen wirtschaftlichen Umfelds. Für 2026 erwartet das SECO ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von lediglich rund 0.9 bis 1.0 Prozent und damit einen Wert unter dem langfristigen Durchschnitt. Gedämpfte Weltkonjunktur, geopolitische Unsicherheiten, höhere Energiepreise sowie ein starker Schweizer Franken, der insbesondere die Exportwirtschaft belastet, prägen die Aussichten. Gleichzeitig bleiben die Rahmenbedingungen mit tiefer Inflation und einer weiterhin tiefen Arbeitslosenquote stabil. Der Arbeitsmarkt bleibt verhalten; der Beschäftigungsaufbau dürfte 2026 unterdurchschnittlich ausfallen und sich erst 2027 wieder dem langfristigen Trend annähern. Diese Rahmenbedingungen sind in den Planannahmen berücksichtigt und untermauern den vorsichtigen Budgetkurs.
Die Stadt verfolgt ihre finanzpolitischen Eckpfeiler konsequent weiter: gesunde Gemeindefinanzen, attraktive Steuern und ein hochwertiges Leistungsangebot. Wie bereits im Vorjahr kommuniziert, partizipieren die Gemeinden nicht direkt an den Mehreinnahmen aus der OECD‑Mindeststeuer; die Massnahmen des Kantons zielen vielmehr darauf, die Standortattraktivität zu stärken. Vor diesem Hintergrund bleibt der Fokus der Stadt Zug auf nachhaltige Investitionen, effiziente Leistungserbringung und verlässliche Steuerpolitik gerichtet.