28.08.2026, Medienmitteilung
Stadt Zug legt Inklusions-Check vor: 22 Empfehlungen für eine barrierefreie Stadt
Die Stadt Zug hat gemeinsam mit der Organisation Sensability einen Inklusions-Check durchgeführt. Der Schlussbericht zeigt auf, wo die Stadt bei der Gleichstellung von Menschen mit Beeinträchtigungen bereits gut aufgestellt ist und wo Handlungsbedarf besteht. Daraus leitet Sensability 22 Empfehlungen in acht Lebensbereichen ab. Ein zentrales Ergebnis: Wissen und Sensibilisierung in Politik und Verwaltung sind entscheidend für eine barrierefreie, inklusive Stadt.
Die Stadt Zug hat den Inklusions-Check für Gemeinden zusammen mit der spezialisierten Organisation Sensability durchgeführt. Untersucht wurden politische Rahmenbedingungen und Partizipation, öffentlich zugängliche Gebäude, Kommunikation und Information, Dienstleistungen, Kinderbetreuung und Bildung, öffentlicher Verkehr und öffentlicher Raum, Freizeit, Kultur und Sport sowie die Stadt als Arbeitgeberin. In die Standortbestimmung flossen die Einschätzungen der Stadtverwaltung und die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen sowie von Fachpersonen ein. Dazu fanden eine Befragung und ein Runder Tisch statt.
In fünf der acht untersuchten Bereiche empfiehlt der Bericht Sensibilisierungen und Schulungen von Mitarbeitenden und Behörden. Zu den weiteren Empfehlungen gehören der systematischere Einbezug von Menschen mit Behinderungen in kommunale Entscheidungsprozesse, ein Aktions- oder Massnahmenplan sowie der Aufbau einer Fachstelle für Inklusion. Weitere Massnahmen betreffen unter anderem barrierefreie digitale Angebote und Dokumente, öffentliche Gebäude und Räume sowie inklusive Bildungs-, Freizeit-, Kultur- und Sportangebote und Arbeitsbedingungen.
«Inklusion zeigt sich im Alltag: darin, ob Menschen Informationen und Dienstleistungen selbstständig nutzen können und ob sie bei Entscheidungen, die sie betreffen, mitwirken können. Der Inklusions-Check gibt uns eine fundierte Grundlage, um bestehende Hindernisse gezielt anzugehen. Nun gilt es, die Empfehlungen zu prüfen, Prioritäten zu setzen und Inklusion als Querschnittsaufgabe weiterzuentwickeln», sagt Stadträtin Barbara Gysel, Vorsteherin des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit.
«Barrierefreiheit entsteht nicht allein durch bauliche Massnahmen. Ebenso wichtig sind zugängliche Informationen, inklusive Dienstleistungen und die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen. Entscheidend ist, ihre Erfahrungen und ihr Wissen systematisch in Planung und Entscheidungen einzubeziehen», sagt Nicole Sourt Sánchez von Sensability.
Von hindernisfreien Zugängen, verständlicher Kommunikation und gut zugänglichen Dienstleistungen profitieren auch ältere Menschen, Familien und Personen mit vorübergehenden Einschränkungen. Der Inklusions-Check orientiert sich an der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK), welche die Schweiz 2014 ratifiziert hat.
Auslöser für den Inklusions-Check war die vom Grossen Gemeinderat überwiesene Motion «Es ist Zeit, Fazit zu ziehen – Inklusionscheck und Massnahmenplan für eine hindernisfreiere Stadt Zug». Die Stadt Zug prüft nun die 22 Empfehlungen und legt in einem nächsten Schritt Prioritäten und Zuständigkeiten fest.