Gebäudebrüter und Fledermäuse
Gebäudebrüter und Fledermäuse sind wahre Stadtbewohner. Sie finden in unseren Gebäuden ideale Nist- und Schlafplätze. Mit ihrem Schutz leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt in der Stadt und einem lebendigen Stadtbild.

Bedrohte Flugkünstler
Die Gefährdung von Gebäudebrütern hat vielfältige Ursachen. Mauersegler, Alpensegler, Mehl- und Rauchschwalben nutzen Nischen in Gebäuden als Nistplätze. Bei Sanierungen werden diese oft unbeabsichtigt zerstört, während moderne Gebäude deutlich weniger geeignete Nischen bieten als ältere Bauwerke. So leiden diese Flugkünstler zunehmend unter «Wohnungsnot». Die Bestände vieler Arten gehen zurück, was die Tiere in ihrem Überleben bedroht.
Doch nicht nur Gebäudebrüter sind betroffen – auch Fledermäuse, die häufig in Gebäuden Unterschlupf finden, stehen vor ähnlichen Problemen. Sie nutzen Ritzen und Spalten als Winterquartiere oder als Wochenstuben zur Aufzucht ihrer Jungen. Wie bei den Gebäudebrütern führt auch hier die zunehmende Modernisierung und Sanierung von Gebäuden zum Verlust wichtiger Lebensräume. Der Schutz von Fledermausquartieren ist daher ebenso entscheidend, um das Überleben dieser wertvollen Tiere zu sichern und ihre Rolle im Ökosystem zu bewahren.
Gebäude statt Gebirge – Mauersegler zwischen Anpassung und Bedrohung
Ursprünglich brüteten Mauersegler in natürlichen Felswänden, doch mit der Ausbreitung menschlicher Siedlungen fanden sie geeignete Ersatzstrukturen in Gebäuden – etwa unter Dachvorsprüngen, in Mauerritzen oder hinter Fassadenverkleidungen. Gebäude bieten ihnen ähnliche Bedingungen wie Felsen: hochgelegene, witterungsgeschützte Spalten und Nischen. Zudem profitieren sie im Siedlungsraum von einem reichhaltigen Nahrungsangebot.
Ein besonders bemerkenswertes Verhalten der Mauersegler ist ihre ausgeprägte Ortstreue. Jedes Jahr kehren sie ab Mitte April an denselben Brutplatz zurück. Das hat mehrere Vorteile: Ein vertrauter Nistplatz erleichtert ihnen die Orientierung nach der langen Rückreise aus Afrika, schützt vor Feinden und spart Energie, da sie die aufwendige Suche nach einem neuen Nistplatz vermeiden können. Zudem gehen viele Mauersegler feste Brutpartnerschaften ein, die durch einen stabilen Nistplatz gestärkt werden.
Mit ihrem charakteristischen „Sri-Sri“-Ruf und ihrem eleganten Flug sind sie leicht am blauen Himmel oder beim wendigen Anflug auf Gebäude zu erkennen. Wenn sie jedoch ihren angestammten Brutplatz verlieren – etwa durch Gebäudesanierungen oder Abriss – finden sie oft nicht schnell genug einen Ersatz. Daher ist der Erhalt bestehender Brutplätze entscheidend für das Überleben dieser faszinierenden Flugkünstler.
Gebäudebrüter und Bauvorhaben
Seit 2013 führt die Stadt Zug ein Inventar, das die Brutplätze von Mauerseglern, Alpenseglern sowie Mehl- und Rauchschwalben erfasst. Dieses Inventar spielt eine entscheidende Rolle im Schutz und der Förderung dieser heimlichen Hausbewohner und wird bei jedem Baugesuch berücksichtigt. Werden bekannte Brutplätze durch Bauarbeiten beeinträchtigt oder zerstört, erfolgt eine fachliche Abklärung, um zu klären, welche Schutz-, Ersatz- oder Wiederherstellungsmassnahmen notwendig sind. Die entsprechenden Auflagen werden im Baubewilligungsverfahren festgelegt. Der Erhalt dieser Arten hängt heute massgeblich vom menschlichen Handeln ab. Toleranz gegenüber bestehenden Brutplätzen und aktive Schutzmassnahmen sind deshalb unerlässlich. Wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Vorkommen von Mauer- und Alpenseglern können mittels untenstehendem Online-Formular gemeldet werden.
Fledermäuse und Bauvorhaben
Auch Fledermäuse nutzen unsere bebaute Umwelt als wichtigen Lebensraum. Die Fledermausquartiere in der Stadt Zug sind in einem Inventar erfasst, das – wie das Inventar der Gebäudebrüter – bei jedem Baugesuch berücksichtigt wird. Besonders schützenswert sind die sogenannten Wochenstuben, Rückzugsorte, in denen die Weibchen von Mai bis Ende Juni ihre Jungen aufziehen. Bauarbeiten in der Nähe solcher Quartiere können erhebliche Störungen verursachen oder gar zum Verlust ganzer Kolonien führen. Deshalb wird bei Bauvorhaben frühzeitig die kantonale Fledermausschutzfachstelle eingeschaltet. In einer fachlichen Abklärung wird überprüft, ob ein Fledermausquartier betroffen ist und welche Schutz-, Wiederherstellungs- oder Ersatzmassnahmen erforderlich sind. Die Beratung für die Bauherrschaft ist kostenlos. Entsprechende Auflagen werden im Baubewilligungsverfahren festgelegt.
Kleine Kästen, grosse Wirkung
Um dem Verlust von Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für Gebäudebrüter und Fledermäuse entgegenzuwirken, stellt die Stadt Zug kostenlose Nist- und Fledermauskästen zur Verfügung. Wenn Sie in Zug wohnen und einen geeigneten Standort in Ihrem Garten oder an Ihrem Gebäude haben, können Sie bei uns einen Kasten anfordern. Wir beraten Sie gerne zu den besten Standorten. Zusammen können wir den Lebensraum dieser faszinierenden Tiere in unserer Stadt erhalten und aktiv fördern.
Inventar der Gebäudebrüter und Fledermausquartiere
Die Standorte der Gebäudebrüter und der Fledermausquartiere in der Stadt Zug finden Sie online auf ZugMap.
Formular
Kontakt
Tiefbau
Stadthaus, Gubelstrasse 22
6300 Zug
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