Bäckermöhli
Das «Bäckermöhli» ist so alt wie die Zunft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker der Stadt Zug, welche 1688 gegründet wurde.

Informationen
Termin: Letzter Mittwoch im Januar
Ort: Kolinplatz/Fischmarkt Zug
Entstehungsdatum: 1688
Textquellen: Zuger Zeitung; Zuger Bäckerzunft
Bildquelle: «Das Jahr der Schweiz in Fest und Brauch», Zürich, 1981
Ursprung des Brauchs
Das «Bäckermöhli» ist so alt wie die Zunft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker der Stadt Zug, welche 1688 gegründet wurde. In den Protokollen wird das organisierte Verteilen und Auswerfen von Mutschli allerdings erst vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erwähnt. Zunftpatronin ist die Heilige Agatha von Sizilien. Das Bäckermöhli findet darum immer am Mittwoch vor dem Agathatag (5. Februar) statt. Nach dem Zunftmahl werfen die aktiven Zünfter Brötchen, Guetzli und Orangen vom Balkon des Hotels Ochsen und des Restaurants Aklin in die Menge. Die Attraktion zieht Jahr für Jahr zahlreiche Familien mit Kindern und Schülerinnen und Schüler an.
Gelebter Brauch
Heute organisiert jeweils der «Mutschlivater» das Auswerfen am Bäckermöhli. Es startet gegen 16 Uhr. Der Müller-Meister der Zunft spendet 500 Kilogramm Mehl, aus dem die Zuger Bäcker die «Mutschli» (Brötchen)und «Guetzli» (Kekse) backen. Orangen und Würstli werden dazugekauft. Wer in den Genuss der Köstlichkeiten kommen will, muss lauthals «Bäckermöhli» rufen. Die Chancen, etwas zu erhaschen, stehen gut, denn die Bäcker geizen nicht mit Gaben: Rund 3000 «Mutschli» und Weggli, ebenso viele «Guetzli», 400 Paar Würstli und 300 Kilogramm Orangen werden verteilt. Seit einigen Jahren besuchen die Zünfter auch die Kindergärten der Stadt Zug und jeweils ein ausgewähltes Altersheim, das mit einem grossen Zopf beschenkt wird. Am Tag des Bäckermöhli verkaufen die Zuger Bäcker in ihren Läden zudem das Zuger Zunftbrot. Es wird traditionell hergestellt aus Weizenmehl, Vollkornmehl, Butter, Hefe und Salz und ist dekoriert mit dem Symbol der Bäcker, dem Bretzel.