Friedensglocke

Gedenkminute mit Klang: Die Friedensglocke im Zuger Kapuzinerturm erinnert jedes Jahr am 8. Mai an das Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Friedensgebet, Glockenläuten und ein gemeinsamer Aperitif laden die Bevölkerung zum Innehalten ein.

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Informationen

Termin: 8. Mai, 20.00 Uhr bis 20.15 Uhr
Ort: Kapuzinerturm Zug
Entstehungsdatum: 1945
Textquellen: Thomas Glauser, «Stadtmauer und Türme» Zug, 2012.
Bildquellen: Denkmalpflege des Kantons Zug; Ueli Kleeb, Zug.

Ursprung des Brauchs

Das Läuten der «Friedensglocke» basiert auf dem bislang grössten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte, dem von Adolf Hitler angeführten Zweiten Weltkrieg. Er begann mit dem Angriff des Deutschen Reiches auf Polen am 1. September 1939 und endete in Europa mit der vollständigen Niederlage Deutschlands und seinen Verbündeten Italien, Japan, Ungarn, Rumänien, Kroatien, Bulgarien, Slowakei und Finnland am 8. Mai 1945.

Mit der Kapitulationserklärung der deutschen Truppen beschloss der Stadtrat von Zug auf Vorschlag von Pater Valentin Tönz, die ehemalige Sturm- und Feuerglocke im Kapuzinerturm in «Friedensglocke» umzubenennen. Seither wird im Kapuzinerturm die Friedensglocke geläutet. Dreissig Jahre lang pflegten die im Kloster aktiven Kapuziner den Brauch, bis die Patres diese Aufgabe 1975 aus Altersgründen nicht mehr weiterführen konnten und sie an Private delegierten.

Dokumentarischer Film zum Brauchtum Friedensglocke

Gelebter Brauch

Seit 2005 wird das Läuten der Friedensglocke von einem Rahmenprogramm begleitet, gestaltet von der Gemeinschaft der Seligpreisungen, die seit 2000 das Kloster belebt. Um 19 Uhr findet in der Kapuzinerkirche ein Friedensgebet statt, zu welchem die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Nach dem 15-minütigen Läuten der Glocke offeriert der Stadtrat im Klostergarten einen Aperitif. Weil die Glocke am Kapuzinerturm nur noch dieses eine Mal im Jahr läutet, muss sie umso besser gewartet werden. Verantwortlich dafür ist die Einwohnergemeinde Zug. Der Kapuzinerturm wurde 1526 gebaut, erhielt aber erst 1549 eine Uhr, was zu seinem ursprünglichen Namen «Hoher Zitturm» führte. Später liess der städtische Rat auf dem Turm Wachposten aufstellen, die bei Feuer oder Hochwasser Alarm schlugen, weshalb er «Luegisland» und «Fürgloggenturm» genannt wurde. Denn von keinem anderen Turm der Stadtmauer hat man einen derart guten Blick auf das gesamte Stadtgebiet.

Schwarz-weisse Darstellung des Kapuzinerklosters in Zug mit Kapuzinerturm und Friedensglocke im Jahr um 1960. Im Vordergrund sind zwei Autos aus dieser Zeit sichtbar und ein Junge in Kniesocken.

Das Kapuzinerkloster mit Kapuzinerturm und Friedensglocke, um 1960.